Ein „sachlicher Austausch“ über Antisemitismus – oder: worüber will die Kunstgesellschaft mit Marc Jongen diskutieren?

Zunächst hatte der Club Voltaire Interesse am Gespräch mit einem ausgewiesenen Vertreter eines Projekts des „Gramscianismus von Rechts“, Marc Jongen. Jongen gehört zu den bekannteren Vertretern der Neuen Rechten im Land, jener Gruppe von Salonreaktionären um Götz Kubitschek, Ellen Kositza und Karheinz Weissmann, mit der auch der Thüringer AfD-Rassist Björn Höcke (der mit dem „afrikanischen Reproduktionstypus“) engen Kontakt hält. Wie verlautet, hat sich dafür besonders ein wegen seiner Vorliebe für russische und syrische Nationalflaggen bekannter Aktivist des Freidenkerverbands eingesetzt, konnte sich aber letztlich nicht durchsetzen.
Nun suchen die Frankfurter Kunstgesellschaft und Business Crime Control (BCC) einen anderen Ort für ihre Dskussionsveranstaltung, in der der emeritierte Frankfurter Politologe Eike Hennig einen Dialog mit dem Landessprecher der AfD Baden Württtemberg führen soll.
Inzwischen wurde bekannt, daß man mittlerweile fündig wurde. Die Veranstaltung soll nun am Sonntag, 17.7. im Rahmen der „Matinée im Dachcafé“ ihren Verlauf nehmen. Ort des geschehens: das Gallustheater. Offenbar will auch „Radio X“ mit von der Partie sein.

In Frankfurt haben AktivistInnen vor allem der Anti-Nazi-Koordination im ersten Halbjahr 2015 bei insgesamt sechzehn Gelegenheiten insgesamt vier verschiedenen Gruppen, die als lokaler PEGIDA-Ableger fungieren wollten, derart die Hölle heiß gemacht, daß sie seither im öffentlichen Raum nicht mehr auftauchen. Das war und bleibt notwendig und richtig.

Es ist nicht bekannt, welchen positiven Effekt sich Kunstgesellschaft, Radio X, Gallustheater und BCC davon versprechen, nun einem „intellektuellen“ Vordenker der notorisch bis hin zum biologistischen Rassismus und Neofaschismus weit offenen neuen deutschen Rechten eine Bühne zu bieten. Worüber wollen sie mit ihm diskutieren? Vielleicht möchten sie mit ihm, wie aktuell, ein „sachliches Gespräch über den Fall Gedeon“ führen? Damit kennt Jonge sich aus.

Ist es eine Art von Liberalismus, jemandem dieses Kalibers freiwillig eine Bühne in Frankfurt zu bieten, nachdem man AntifaschistInnen zuvor die Aufgabe überlassen hat, die Juden und Muslime hassenden Rassisten à la Stürzenberger, Mannheimer, Mund und Seitz erfolgreich zu vertreiben? Soll das heißen: während buchtstäblich bis heute Prozesse gegen Aktive der seinerzeitigen Aktionen geführt und erhebliche Strafen wegen nichtiger Vorwürfe verhängt werden, sind andere am „sachlichen Dialog“ interessiert?

Im Gepräch mit einem der Veranstalter wurde unmißverständlich gefordert, diese Art Dialog wieder abzusagen und durch eine öffentliche Diskussion zu ersetzen, in der Beiträge gesammelt werden, wie in Frankfurt der neuen Rechten, der AfD und NeofaschistInnen auch weiterhin entschlossen begegnet werden kann.

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Eine Antwort zu Ein „sachlicher Austausch“ über Antisemitismus – oder: worüber will die Kunstgesellschaft mit Marc Jongen diskutieren?

  1. schnellinger schreibt:

    Ich glaub mein Schwein pfeift.
    Was hat der faschistische AFD-Parteiphilosoph Jongen in traditionsreichen Läden der linken Bewegung Frankfurts wie Club Voltaire oder Gallustheater verloren? Absolut nichts, da hätten wir ja auch damals Mahlers deppertes Diskussionsangebot im Exzess annehmen können

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