Rechts und Links – zu einer schon länger aktuellen Frage

Vor einigen Tagen hatte ich auf diesem Blog einen Text zu den Konsequenzen veröffentlicht, die sich aus meiner Sicht daraus ergeben, daß es gelungen ist, mithilfe der öffentlichen Wahrnehmung der Ereignisse in den Kölner Silvesternacht die gesellschaftliche Stimmung in der Frage des Umgangs mit den nach Deutschland Geflüchteten bis aufs Weitere endgültig in Richtung einer rassistischen Dominanz zu kippen. Der Text wurde in einer gekürzten Form auf verschiedenen Blogs sowie in der Wochenzeitung der DKP, Unsere Zeit, übernommen.
Am Ende dieses Textes hatte ich von nicht nur einer, sondern von zwei Querfronten gesprochen, die sich mE. derzeit in dieser Frage tummeln. Einerseits die eine, die schon seit Jahren aktiv ist – von Elsässer und Compact über Ken Jebsen und seine JüngerInnen in den Friedensmahnwachen usw. bis hin zu Teilen linker Organisationen, wie dem Freidenkerverband, der Arbeiterfotografie und so weiter.
Andererseits eine, die ursprünglich „antideutsch“, inzwischen eher „antinational“ argumentiert und in der „radikalen Linken“ weit verbreitet ist.
Beide Querfronten nutzen sowohl linke Argumentationsmuster und finden zugleich Anschluss an rechte Positionen – das macht sie als Querfronten aus. Es steht als Aufgabe vor der antifaschistischen und Antikriegsbewegung der Linken im Land, sich von beiden Querfronten deutlich und argumentativ zu trennen, das taktische bis zentristische Tolerieren als falsch erkannter Positionen zu beenden,  in den eigenen Reihen Klarheit zu schaffen und breite Bündnissse auf der Basis dieses Prozesses (wieder) aufzubauen.

Wie zu erwarten, gab es auf die Veröffentlichung dieser Ansichten Reaktionen unterschiedlicher Art. Während die Frage der „antideutsch- / antinationalen“ Querfront von heute Thema eines eigenen Textes sein wird, soll hier an einen Text zu ihrem „nationalen“ Pendant erinnert werden, der für meinen damaligen Kenntnisstand in meinem Artikel der Marxistischen Blätter bereits 2014 eigentlich alles Wesentliche dazu zusammengefasst hat – damals ohne die sich jetzt einstellenden Reaktionen: »Ich bin weder rechts noch links, ich bin nirgendswo, nur für den Frieden« Zur Diskussion um die aktuellen »Montagsdemonstrationen« und die Notwendigkeit, im Kampf gegen Faschismus und Krieg Klartext zu sprechen.

Der Artikel kann unter dem voranstehenden Link oder auch hier als PDF gelesen / heruntergeladen werden.

Weitere Texte, die zeigen, wie lange das Problem bereits besteht::

2009
Der Fall „Club Voltaire“ – weder Pest noch Cholera, oder: mit den Antideutschen gegen die Querfront ist auch keine Lösung

2014
Querfront – der nächste Versuch

Montagsdemonstrationen – Maya Mosler-Cohen und Volkhard Mosler schreiben einen offenen Brief an Diether Dehm

2016
Kapitalismus, Rassismus, Sexismus und Krieg

 

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