Griechenland und die deutsche Linke (8)

In den vergangenen Monaten wurde auf diesem Blog verschiedentlich zur Lage in Griechenland und zur Diskussion innerhalb der Linken in Deutschland dazu Stellung genommen. 

Dazu werden hier voraussichtlich weitere Texte veröffentlicht werden – alle unter dem Obertitel „Griechenland und die deutsche Linke“.

Die bisherigen sieben Texte dazu finden sich hier:

SYRIZA, Blockupy, solidarische Moderne

SYRIZA & ANEL

SYRIZA, Blockupy und die „Alternativlosigkeit“

SYRIZA, LINKE, Blockupy – an der Seite „der Institutionen“ gegen die EZB?

#greferendum – zwei mal oxi!

Syriza – vom oxi zum nai

Sascha Lobo und Lenin

Drei ausführliche Artikel zur Einschätzung von SYRIZA, der kommunistischen Kritik daran sowie zur Frage, weshalb die deutsche Linke die SYRIZA-kritischen Positionen der KKE von Anfang an und bis heute bewußt ignoriert, sollen hier dokumentiert werden:

Thanasis Spanidis, Jenseits der Eurolinken (lowerclassmagazine)

Thanasis Spanidis, Fatale „Europhorie“ (jW 5. August 2015)

Giorgios Marinos, Über die Situation in Griechenland und die volksfeindliche Rolle von SYRIZA (inter.kke.gr)

In der Einleitung des Artikels von Spanidis heißt es dazu:
Die deutsche Linke macht sich nach wie vor große Illusionen über den Charakter der Syriza-Regierung und nimmt die Positionen der KKE nicht zur Kenntnis.

Und Spanidis macht ebenfalls wünschenswert deutlich, wo die grundlegende Bedeutung dieser Diskussion für die Linke der BRD liegt: Angesichts des verheerenden sozialen Massakers, das die angeblich „linke“ Regierungspartei Syriza mit den EU-Gläubigerinstitutionen ausgehandelt hat und angesichts der Hoffnungen, die breite Teile der deutschen Linken in das Projekt „linke Regierung“ in Griechenland gesteckt haben, handelt es sich hierbei um Diskussionen von größter Wichtigkeit. Es geht dabei um Alles: Wer ist der Gegner? Was sind die Gefahren in der jetzigen Situation? Wie kam man zu solchen vollkommenen Fehleinschätzungen? Welche Organisations- und Bewegungsformen sind in der Lage, den Kapitalismus potentiell infrage zu stellen? Was hat es mit denjenigen Teilen der „Linken“ zu tun, die die EU und die Eurozone nach wie vor als notwendigen Rahmen ihrer Politik akzeptieren? Kurz gesagt: Wie kann eine Bewegung entstehen, die breiteste Massen umfasst und die Situation der ständigen Rückzugsgefechte beendet, in der sich die Arbeiterbewegung und andere progressive Bewegungen seit den konterrevolutionären Umwälzungen von 1989/90 befinden und die Tag für Tag weltweit immer noch schlimmere Zustände hervorbringt?

Schaut man sich die Positionen etwa von Thomas Sablowski an (vgl. dazu bereits vor einigen Tagen hier sowie die Kritik von Andreas Wehr an Sablowskis Artikel), kann man bestätigt finden, dass Fragestellungen dieser Art in der „linksradikalen“ Szene anscheinend einfach nicht diskutiert werden sollen. Darum stören dort kommunistische Diskussionsbeiträge bloß: eine ganze Doppelseite Zeitungstext zur Lage der Linken in Griechenland ohne eine einzige ernsthafte Erwähnung der KKE – dafür muß der entschiedene Wille, kommunistische Positionen auf gar keinen Fall ernsthaft -und sei es kritisch – diskutieren zu wollen, schon sehr gefestigt sein. Ein sehr deutsches Phänomen.

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