„Fragida“ geht nach hinten los: heftiger Krach in der hessischen AfD.

Nachdem nun der Fragida-Initiator in spe, Hans-Peter Brill (AfD) inzwischen zugibt, daß er mit dem hessischen  Landesvorstandsmitglied der NPD, Stefan Jagsch, am 5.1. für die Gründung von Fragida zusammengesessen hat, tut er nun so, als habe er nicht gewusst, wer Jagsch ist.

Das ist völlig unglaubwürdig. Die Informationen für das Treffen von Fragida am 5.1. wurden nicht allen Mitgliedern der geschlossenen Facebook-Gruppe „Fragida“ mitgeteilt. Es gab einen zum „Orga-Treffen“ für Fragida eigens einberufenen inneren Kreis, der über einen gesonderten Mailverteiler informiert wurde (Fragida-NewsLetter. Hier wird übrigens behauptet, auf „Kontaktversuche“ extremistischer Parteien und Personen werde nicht reagiert. Offenbar hält Herr Brill Jagsch und die NPD für ganz normal.). Sicher ist niemand in diesem Kreis, von dem nicht alle wissen, wer er ist. Brill lügt also vermutlich.
Oder, einzig denkbare Alternative, er sagt die Wahrheit. Dann ist er dümmer, als man es fassen kann. Dafür spricht in gewisser Hinsicht, das Treffen vor einem großen Schaufenster ohne Sichtschutz durchzuführen. Wie will so jemand das „Abendland“ vor der angeblichen „Islamisierung“ retten?

In der hessischen AfD tobt inzwischen der Krach. Man fordert Brills Hinauswurf für dessen Glanzleistung und distanziert sich heftig von der NPD (nicht aber von PEGIDA).Wie die NPD darauf reagiert, wird sicher spannend. Bietet sie dem politisch verfolgten Brill vielleicht politisches Asyl an? Popcorn!

Fragida denkt ernsthaft darüber nach, noch vor Beginn ihrer rassistischen Aktivitäten aufzugeben. Deshalb sollten alle, die Fragida nicht wollen, jetzt so bald wie möglich und so breit und entschlossen wie möglich klar machen, daß wir Fragida, Rassismus, Islamhass, Antisemitismus nicht dulden werden.

Im Übrigen bleibt PEGIDA und das, wofür es steht, dem Land erhalten, unter welchem Namen auch immer: solange die gesellschaftlichen Verhältnisse sind, wie sie sind, gibt es Ausbeutung, Klassenherrschaft, Unterdrückung, Krieg, Rassismus, Islamhass und Antisemitismus. Das eine ist nicht ohne das andere zu haben. Das ist auch all den „Promis“ zuzurufen, die heute bereits Schlange stehen, um Pegida zu verurteilen, ohne die Verhätlnisse zu benennen, die PEGIDA erst ermöglichen.

Ihnen sagte Bertolt Brecht bereits 1938:
Die gegen den Faschismus sind, ohne gegen den Kapitalismus zu sein, die über die Barbarei jammern, die von der Barbarei kommt, gleichen Leuten, die ihren Anteil vom Kalb essen wollen, aber das Kalb soll nicht geschlachtet werden. Sie wollen das Kalb essen, aber das Blut nicht sehen. Sie sind zufriedenzustellen, wenn der Metzger die Hände wäscht, bevor er das Fleisch aufträgt. Sie sind nicht gegen die Besitzverhältnisse, welche die Barbarei erzeugen, nur gegen die Barbarei. Sie erheben ihre Stimme gegen die Barbarei und sie tun das in Ländern, in denen die gleichen Besitzverhältnisse herrschen, wo aber die Metzger noch die Hände waschen, bevor sie das Fleisch auftragen.

(„Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit„, Paris 1938).

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Antifaschismus, Antirassismus, Gesellschaft, Internationalismus, Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.