Spendenaufruf wegen Verurteilung nach Castorblockade im November 2011

Hallo allerseits,
liebe AtomkraftgegnerInnen,
liebe AntifaschistInnen und AntimilitaristInnen,

wie bereits berichtet wurde ich im November letzten Jahres vom Landgericht Darmstadt in zweiter Instanz zur Zahlung von 4000,- Euro Geldstrafe wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt, die sich durch Gerichtskosten (und ohne Berechnung der Anwaltskosten) auf 4850,- Euro summieren.

Ein Versuch, den Fall in dritter Instanz vor dem OLG Frankfurt überprüfen zu lassen wurde abgewiesen.

Die mir vorgeworfene Widerstandshandlung ist in meinen Augen eine Konstruktion, deren Zweck darin besteht, mich politisch einzuschüchtern.

Ursprünglich sollte ich sogar wegen schwerer Körperverletzung, Nötigung und ähnlichen Vorwürfen vor Gericht zitiert werden. Das alles war schon vom Tisch, bevor der Prozess begann. Es blieb meine angebliche Widerstandshandlung.

Keine Berücksichtigung vor Gericht fand meine Aussage, ich sei überhaupt nicht von einer Beamtin der BFE 18 festgenommen worden, gegen die ich angeblich Widerstand geleistet haben soll, sondern von einem Beamten.

Die Frage, ob meine Erinnerung oder die Anschuldigung der Beamtin und ihres Kollegen richtig ist, wäre an sich leicht zu klären gewesen. Es hätte dafür lediglich der polizeilichen Festnahmeprotokolle des entsprechenden Abends bedurft. Die aber sind nach Auskunft der Polizei leider verschwunden. Und dies sind nicht die einzigen Ungereimtheiten des Prozesses.

Wer sich näher mit dem Fall und seinen streckenweise bizarren Begleitumständen befassen möchte, kann das, siehe unten, gerne tun.

Besonders bemerkenswert fand ich den landgerichtlichen Vergleich meiner Person mit der des Apostels Petrus, die ich in der mündlichen Begründung des Urteils in zweiter Instanz zu hören bekam: wenn, argumentierte der Richter, sogar der Apostel Petrus bei der Festnahme Jesu Widerstand geleistet und mit dem Schwert (!) einem Soldaten des Hohenpriesters ein Ohr abgeschlagen hätte, dann sei das mir als Theologe in meinem, so wörtlich wie unbewiesen, „Adrenalinrausch“, eben auch zuzutrauen. Und las als Beweis aus der Bibel Johannes 18, Vers 10 vor.

Wer es nicht glauben kann und will – alle Berichte über den Prozesses wurden zeitnah veröffentlicht und können bei Interesse hier noch einmal nachgelesen werden:

Erklärung AG Darmstadt, 26.2.2013
Bericht 1. Instanz
Zum Urteil 1. Instanz
Bericht und Urteil 2. Instanz

Ich finde, daß dieses Urteil politisch zu bewerten und nicht nur gegen mich persönlich gerichtet ist (auch wenn ich es durchaus persönlich nehme).

Deshalb bitte ich alle, die das politisch auch so sehen und es sich leisten können / wollen, mich finanziell zu unterstützen, um solidarische Hilfe. Bitte spendet!

Spendenkonto und Stichwort:
Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V, Frankfurt am Main,
Frankfurter Sparkasse, BLZ: 50050201, Kontonummer: 200081390
Stichwort: Castor-Prozesskosten.
Mit Dank für Eure Solidariät und herzlichem Gruß,
Hans Christoph Stoodt

 

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