„Staat und Nazis Hand in Hand“ – Polizei zerstört Gedenkplakat für die Opfer des NSU

In Berlin hat die Polizei ein Gedenkplakat für die Opfer des NSU-Nagelbombenanschlags gegen ein Geschäft in der Kölner Keupstraße zerstört. Sie entfernte in einem Akt hoheitlicher Staatsschutz-Fürsorge den Satz „Staat und Nazis Hand in Hand“ aus einem Wandbild.

Die Unverfrorenheit dieser Aktion zeigt, wo der Repressionsapparat unmissverständlich die Grenze gezogen wissen möchte: es ist zur Not ja noch erlaubt, den NSU, seine Entstehung und seine mörderische Aktivität als Ausdruck behördlich gedeckten Rassismus zu interpretieren – wohl nicht zuletzt deshalb, weil bei näherem Hinsehen Rassismus und Nationalismus wohl kaum hinreichende Begründungen dafür abgeben können, wie es zum NSU kommen konnte.

Die rote Linie liegt woanders: wenn öffentlich behauptet wird, der NSU sei ohne staatliche Tatserienbeihilfe mindestens in Form von wissentlichem Gewährenlassen des staatlichen Sicherheitsapparats und seiner politischen Anleitungsstrukturen bis hinauf ins Bundeskanzleramt nicht denk- und erklärbar, wenn also die Rolle und Funktion des imperialistischen Staats ins Auge gefasst wird – dann ist Schluß.

Dann fallen alle Bedenken, jede Form, selbst jeder Anschein von zivilisierter Pietät.
Dann schreitet die Polizei sofort zur Zerstörung eines Gedenkplakats für die Opfer einer Mordserie, die sie und ihresgleichen nicht nur nicht verhindert oder nicht aufgeklärt hat.

weitere Infos:
Indymedia
junge Welt
Wolf Wetzel

 

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