Ukraine: „Sieg Heil“ vom Rechten Sektor

Der folgende Text und die in ihm angeführten Links stammen von einer Verteilerliste des Netzwerks attac. Er wird hier in voller Länge zitiert, weil er in wünschenswerter Deutlichkeit klarmacht, was derzeit unter Schutz und Schirm von EU, NATO und Unterstützung der Regierung Merkel/Steinmeier sowie ihrer Hilfstrupen bei GRÜNEN und FDP sowie Teilen der Piraten (1) gerade geschieht. Es muß dabei in Erinnerung gerufen werden, daß zu Beginn der Entwicklung zur jetzigen Situation eines ukrainischen Bürgerkriegs (mit der Potenz zur Entwicklung eines Kriegs mit Russland) und der Regierungsbeteiligung der Swoboda- und Pravy Sektor – Faschisten selbst Teile der außerparlamentarischen Linken mit dem „Euromaidan“ sympathisierten. Trotz einiger gegenläufiger Entwicklungen aber herrscht auf allen Seiten in der BRD bisher unbegreiflicherweise bleierne Ruhe im Land. Hierüber sollte nicht zur Tagesordnung übergegangen werden.
Ein besonderes Kapitel ist die derzeit stattfindenden planmäßige und propagandistische Desinformation durch die Leitmedien der BRD, seien sie öffentlich oder privat. Am deutlichsten wurde das durch die tagelange Bezeichnung von  Offizieren mehrerer NATO-Staaten, die bei Slavjansk von bürgerwehrähnlichen Selbstverteidigungskräften der „Volksrepublik Donezk“ aufgegriffen wurden, als angebliche „OSZE-Beobachter“, obwohl die Militärbeobachter nach Zahl und Auftreten in Zivil die Bestimmungen des mehrfach als Begründung für ihr Auftreten in diesem Krisengebiet herangezogenen „Wiener Dokuments“ eindeutig verletzt haben.
Die nächste Gelegenheit, Wut und Empörung gegen die „westliche Wertegemeinschaft“ und ihr exemplarisches Treiben in der Ukraine zum Ausdruck zu bringen besteht am 8. Mai, 18 Uhr, Kaisersack, HBF, Frankfurt!
HCS

Hier der Text bei attac kuriserende Text:

Aktuell konnte in der Ukraine beobachtet werden, wie Neonazis den beginnenden Bürgerkrieg forcieren – etwa bei den Vorfällen in Odessa und Kramatorsk. Dies wird von westlichen Medien fast durchweg verschleiert oder ignoriert, ebenso, wie nach dem Umsturz die Existenz und massgebliche Beteiligung der Neonazi-Gruppierungen verschwiegen und als russische Propaganda erklärt wurde. In Odessa hatten Gegner der neuen Kiewer Regierung ähnlich, wie vorher die Majdan-Demonstranten, ein Zeltlager in der Innenstadt errichtet. Das wurde vor allem von Aktivisten des Rechten Sektors und andern Rechtsradikalen gestürmt und in Brand gesteckt. Als sich die Vertriebenen in das Gewerkschaftshaus zurückzogen, wurden von den Neonazis die Ausgänge versperrt und das Gebäude mit Molotow-Cocktails in Brand gesetzt: mehr als 30 der Regierungsgegner starben in den Flammen oder erstickten durch den Rauch. http://www.youtube.com/watch?v=h1b05Xkgudg

Ein Reporter des englischen Guardian traf auf die Eltern eines der 17-jährigen Toten, dessen Mutter erklärte, ihr Sohn wäre nicht für einen Anschluss an Russland eingetreten, aber für eine von Kiew unabhängige Regierung. Der Lesart der westlichen Medien zufolge handelte es sich bei den Opfern um pro-russische Gewalttäter, die die Auseinandersetzung gesucht hätten. Diese hätten den Brand selbst verschuldet. Der von der Kiewer Regierung eingesetzte Gouverneur in Odessa erklärte das Vorgehen der Neonazis des Rechten Sektors, die erst das Zeltlager gestürmt hatten und dann das Gewerkschaftshaus mit den dort eingeschlossenen Regierungsgegnern in Brand setzten, für gerechtfertigt. Die Polizei war weitgehend untätig geblieben. Spätestens seit dem Umsturz wird von den rechtsextremen Parteien und Gruppen wieder und wieder die ethnische Säuberung der Ukraine propagiert: alle Russen, Juden, Ungarn, Nicht-Ukrainer sollen getötet oder aus dem Land vertrieben werden. Die Bezugnahme auf die SS, das Tragen der Runen oder der Uniformen der Nazi-Organisation ist verbreitet bei nahezu allen rechten Parteien. Von Journalisten wird berichtet, dass unter den Anhängern des Rechten Sektors mit „Sieg Heil“ gegrüßt wird. Ein Plakat des Rechten Sektors demonstriert die Ausrichtung des Vorgehens bei den aktuellen Auseinandersetzungen im Süden und Osten der Ukraine: http://www.heise.de/tp/artikel/41/41608/41608_4.jpg

Von Anhängern der faschistischen Parteien werden verschiedentlich Galgen errichtet um gegenüber ihren Gegnern zu demonstrieren, was diese zu erwarten haben. https://vk.com/wall-62338399_513228

Die Ereignisse der vergangenen Wochen belegen, dass planmässig und organisiert vorgegangen wird: erst wechselte die Kiewer Regierung die Gouveneure in den östlichen Städten und Bezirken aus, häufig gegen einen Gouveneur, der mit den Rechtsradikalen sympathisiert. Der Gouverneur von Dnjeprpetrovsk Kolomoisko etwa – einer der reichsten Oligarchen im Land – kooperiert mit dem „Rechten Sektor“ und hat den Neonazis ein Sammellager für ihre Armee, die 10.000 Mann umfassen soll, angeboten. Der ukrainische Millionär Balaschow erklärte öffentlich, man müsse alle Bewohner im Südosten der Ukraine erschießen https://www.youtube.com/watch?v=KMaQvSrDpkI

Die Regierung hat den Nazigruppen 23 Ferienlager für die paramilitärische Ausbildung übergeben. Beheimatet sind die Neonazis in der Westukraine, besonders im Bezirk von Lemberg. Die Aktivisten werden offenbar aus unbekannten Quellen bezahlt: mit einer Tagespauschale für die Teilnahme an Demonstrationen, mit höheren Beträgen, wenn gewaltsame Aktionen – die Stürmung eines Gebäudes, die Vertreibung unliebsamer Gegendemonstranten oder das Verprügeln und Einschüchtern politischer Gegner bei diesen Aktionen erfolgt. Vermutet wird, dass das Geld von seiten der US-Botschaft ausgegeben wird oder von seiten interessierter Oligarchen, wie dem Gouverneur von Dnjeprpetrovsk, der ein Kopfgeld von 10.000 Dollar für die Neutralisierung bzw. Inhaftierung von Regierungsgegnern zahlt (Telepolis).

Vor diesem Hintergrund werden die Vorgänge in Odessa verständlich: für die auf seiten der Neonazis – vorwiegend des Rechten Sektors Beteiligten – in diesem Sinn ein lohnender Einsatz, der eine finanzielle Vergütung verspricht, die über dem schmalen monatlichen Durchschnittseinkommen von 200 Euro liegt. Die an den Aktivitäten des rechten Sektors Beteiligten wurden Berichten zufolge meist mit Bussen etwa nach Odessa befördert. Da die ukrainische Armee weitgehend unmotiviert ist, „Antiterroreinsätze“ gegen Teile der eigenen Bevölkerung durchzuführen, kann angenommen werden, dass finanzielle Anreize dieser Art aktuell eine bedeutsame Rolle spielen, insbesondere bei den verbreiteten Einsätzen des Rechten Sektors, die anscheinend zentral koordiniert werden, und auf die Brennpunkte in der russischsprachigen Ostukraine zielen, wo der Widerstand gegen die zumindest latent faschistische Regierung in Kiew groß ist.

Neonazis als Stütze der Oligarchie

Aktuell ergibt sich der Eindruck, dass ein Bürgerkrieg in der Ukraine nicht mehr aufzuhalten ist, in anbetracht der aggressiven Vorgehensweise der Neonazi-Gruppierungen und Parteien. Gleichzeitig kann angenommen werden, dass diese ihre Stärke wesentlich der Unterstützung interessierter Oligarchen zu verdanken haben: nach verschiedenen Einschätzungen bestand im Zuge der Majdan-Bewegung in der Ukraine eine vorrevolutionäre Situation, ähnlich Deutschland zu Beginn der 30er-Jahre, die die Macht der herrschenden Oligarchie bedrohte. Dies sei nun dadurch aufgefangen worden, dass führende Oligarchen ein Bündnis eingingen mit den Parteien und Gruppierungen der Rechtsradikalen und dem folgenden Putsch, der eine faschistische Regierung an die Macht brachte, die die Sicherung ihrer Interessen garantiert.

http://www.heise.de/tp/artikel/41/41581/1.html http://de.ria.ru/security_and_military/20140503/268407284.html

http://hinter-der-fichte.blogspot.de/

http://www.voltairenet.org/article183457.html

http://www.heise.de/tp/artikel/41/41608/41608_4.jpg

———– gruppen-diskussion – die Diskussionsliste der Attac-Regionalgruppen Zu den Einstellungen und zum Abbestellen: https://listen.attac.de/mailman/listinfo/gruppen-diskussion

 

(1) Marina Weisband, Piraten, hat sich seit Februar in ähnlicher Weise wie Rebecca Harms (GRÜNE) als Verharmloserin des Faschismus in der Ukraine hervorgetan. Nun, wo sichtbar wird, was Faschisten eben so machen, wenn man ihnen die Gelegenheit dazu gibt, quengelt sie via Twitter: „Die Menschen, die vor 2 Monaten auf Maidan standen, sitzen jetzt in Häusern und haben Angst. Haben Aktion Radikalen überlassen – fatal.„(https://twitter.com/afelia/status/462613669508300800)
Harms und Weisband werden künftig damit leben müssen, daß ihre den Chauvinismus der Swoboda-Faschisten verharmlosenden, im Fall von Harms sogar glorifizierenden schriftlichen und fernsehöffentlichen Äußerungen in Erinnerung bleiben.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Antifaschismus, Antiimperialismus, Antimilitarismus, Blockupy, Internationalismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.