Frieden, Freundschaft, Solidarität, Sozialismus – Offener Brief der Cuban Five an die XVIII. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz

Anlässlich der von der marxistischen Tageszeitung „junge Welt“ veranstalteten XVIII. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin (12.1.2013) wurde ein Brief der sogenannte Cuban Five verlesen, also fünf zu lebenslanger Haft verurteilter politischer Gefangener kubanischer Staatsangehörigkeit in den USA.
Ihnen wird zur Last gelegt, als Agenten des kubanischen Geheimdiensts konterrevolutionäre Netzwerke von antikommunistischen Exilkubanern in Florida / USA infiltriert und ihre Arbeit sabotiert zu haben. Aus dem Gefängnis heraus wandten sie sich mit folgenden Worten an die in Berlin zu Ehren Rosa Luxemburgs, der Begründerin der KPD, Versammelten – ihr Brief wurde von Luis Morlote, Präsident der Organisation junger kubanischer Schriftsteller und Künstler verlesen:

„Liebe Freunde der Zeitung junge Welt und Freunde in Deutschland, erhaltet aus der langen und ungerechten Gefängnishaft den Gruß der fünf kubanischen Genossen und den Gruß unseres Volkes.

Der bewunderte Dichter und überzeugte Revolutionär Bertolt Brecht hat diese Verse geschrieben:

DER ZETTEL DES BRAUCHENS

Viele kenne ich, die laufen herum mit einem Zettel
Auf dem steht, was sie brauchen.
Der den Zettel zu sehen bekommt, sagt: das ist viel.
Aber der ihn geschrieben hat, sagt: das ist das wenigste.
Mancher aber zeigt stolz seinen Zettel
Auf dem steht wenig.

Um ein vollwertiges und würdiges Leben zu führen, braucht es nicht viele Dinge. Mehr als alles Materielle ist es notwendig, den Egoismus und die Lüge beiseite zu schieben und Liebe zu geben.
Um die Menschheit in dieser aufgewühlten und komplizierten Welt, in der wir leben, zu retten, ist der Zettel mit dem, was wir brauchen, kurz: Frieden und Freundschaft.
Der Kapitalismus wird niemals der Weg zu einer besseren Welt sein können, denn auf der langen Liste dessen, was er zu seinem Fortbestehen braucht, stehen an erster Stelle die Ausbeutung der Ressourcen und die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.
Der Sozialismus, der einzige Weg, um den Tod unserer Gattung zu verhindern, hat im Unterschied dazu auf seiner Liste drei entscheidende Dinge: Hilfsbereitschaft, Einheit und Solidarität.
Die Ideen von Rosa Luxemburg sind lebenswichtig, um die Liste von Aufgaben zu erfüllen, die heute vor uns Revolutionären stehen.
»Ein gerechter Grundsatz auf dem Grund einer Höhle kann mehr erreichen als eine Armee«, urteilte der Apostel der vollen Unabhängigkeit unseres Heimatlandes, José Martí.
Die von der Bolivarischen Revolution in Venezuela unter der Führung seines Präsidenten, des geschätzten Comandante Hugo Chávez, erreichten Errungenschaften stellen ein Beispiel für Amerika und die ganze Welt dar.
Unser Volk wird, da könnt ihr sicher sein, den Sozialismus weiter verteidigen und entwickeln – in Übereinstimmung mit den Prinzipien und der revolutionären Dialektik, die wir von Fidel und Raúl gelernt haben und weiter lernen werden.
Wir wünschen euch Erfolg bei der Konferenz, auf der Demonstration und bei euren Zielen.
Fünf Umarmungen,
immer bis zum Sieg!

Ramón Labañino, Gerardo Hernández, René González, Fernando González und Antonio Guerrero

10. Januar 2013, Bundesgefängnis Marianna (Florida)

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