Bundespolizeichef am Frankfurter Flughafen nennt MigrantInnen „Andersartige“

Ausgerechnet während der Verleihung eines Preises an die Bundespolizei am Frankfurter Flughafen für deren Integrationsbemühungen (sic!) hat der Chef der dortigen Bundespolizei, also des starken Arms der Abschiebebehörde, in eine Kamera des hr hinein MigrantInnen als „Andersartige“ bezeichnet. Seine Kollegin Heidler, Hammerwerferinnen-As und ebenfalls bei der Bundespolizei, begründete bei gleicher Gelegenheit positiv, weshalb es völlig richtig sei, nicht so sehr „Deutsche“ als vielmehr „Ausländer“ zu kontrollieren (Film hr, 3:00 min).
Angesichts der sich häufenden Fälle von Polizeirassismus in der Mainmetropole kann der offenkundige Versuch der Polizei am Frankfurter Flughafen, verantwortlich für die reibungslose Abschiebung Tausender MigrantInnen, sich als nett zu präsentieren, nur als unfreiwillige Realsatire bezeichnet werden. Das fiel offenbar auch dem hr-Team vor Ort auf, während das fast schon entwaffnend Offene an den beiden polizeilichen Äußerungen ist, daß sie sich anscheinend völlig im Recht und auf der sicheren Seite fühlen, während sie darüber berichten, wie sie Menschen diskriminieren.
Man weiß es offenbar wirklich nicht besser bei der Bundespolizei.
Solange der real praktizierte behördliche Alltagsrassismus (Oury Jalloh, Christy Schwundeck, Derege Wevelsiep, Mounir Ackermann und viele andere) an diesem und allen anderen Orten nicht verschwindet, bleiben die Respekt-Schilder genau das, was sie de facto sind: bedrucktes Plastik. Sonst nichts.

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