Berliner LL-Demo, 13.1.2013: mit ’solid in den Sumpf

Wie die Mutter Partei (Die LINKE) geriert sich nun auch die Führung ihres Jugendverbands ’solid so, als ob es möglich wäre, angesichts des ausgerechnet von sozialdemokratischen Kreisen angezettelten Konflikts um die Liebknecht-Luxemburg-Demonstration von 2013, irgendwie staatsmännisch über den Lagern zu schweben. In einem kritischen Bericht hierüber zitiert redglobe Rosa Luxemburg an die Adresse des Zentrismus: „Ein solches Schwanken zwischen rechts und links hat Rosa Luxemburg schon 1913 in ihrem Artikel »Nach dem Jenaer Parteitag« aufgespiesst: »Wer diesmal zusammen mit diesem revisionistischen Drittel die Mehrheit gebildet hat, das war jene unentschlossene und schwankende Schicht der Mitte, die Bebel in Dresden, nach den  bekannten Bezeichnungen des Konvents der Großen Französischen Revolution, den Sumpf genannt hat: „Es ist immer und ewig der alte Kampf, hier links, dort rechts, und dazwischen der Sumpf.  Das sind die Elemente, die nie wissen, was sie wollen, oder besser gesagt, die nie sagen, was  sie wollen (…) die faulen Elemente, die sich immer drücken und jeder klaren Entscheidung aus dem Wege gehen, die immer wieder sagen: Wir sind ja alle einig, sind ja alle Brüder, das sind die allerschlimmsten! Die bekämpfe ich am allermeisten.“ (…) Der Parteivorstand, der jahrelang unter Bebels Führung gegen die Rechte focht, akzeptiert jetzt die Unterstützung der Rechten, um den Konservatismus gegen die Linke zu verteidigen.« (vgl. http://www.marxists.org/deutsch/archiv/luxemburg/1913/10/jena.htm).

Und ein Kommentator steuert zum Stichwort des Sumpfs die bekannte Passage aus Lenins „Was tun?“ bei:

„Wir schreiten als eng geschlossenes Häuflein, uns fest an den Händen haltend, auf steilem und mühevollem Wege dahin. Wir sind von allen Seiten von Feinden umgeben und müssen fast stets unter ihrem Feuer marschieren. Wir haben uns, nach frei gefasstem Beschluss, eben zu dem Zweck zusammengetan, um gegen die Feinde zu kämpfen und nicht in den benachbarten Sumpf zu geraten, dessen Bewohner uns von Anfang an dafür schalten, dass wir uns zu einer besonderen Gruppe vereinigt und den Weg des Kampfes und nicht den der Versöhnung gewählt haben. Und nun beginnen einige von uns zu rufen: Gehen wir in diesen Sumpf! Will man ihnen ins Gewissen reden, so erwidern sie: Was seid ihr doch für rückständige Leute! und ihr schämt euch nicht, uns das freie Recht abzusprechen, euch auf einen besseren Weg zu rufen! – O ja, meine Herren, ihr habt die Freiheit, nicht nur zu rufen, sondern auch zu gehen, wohin ihr wollt, selbst in den Sumpf; wir sind sogar der Meinung, dass euer wahrer Platz gerade im Sumpf ist, und wir sind bereit, euch nach Kräften bei eurer Übersiedlung dorthin zu helfen. Aber lasst unsere Hände los, klammert euch nicht an uns und besudelt nicht das große Wort Freiheit, denn wir haben ja ebenfalls die „Freiheit“, zu gehen, wohin wir wollen, die Freiheit, nicht nur gegen den Sumpf zu kämpfen, sondern auch gegen diejenigen, die sich dem Sumpfe zuwenden!“ (http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1902/wastun/kap1a.htm).

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