Kapitalismuskritik ohne Kapitalismusanalyse – David Graeber

Ingo Stützle rezensiert in ak 572 David Graebers „Schulden – die ersten 5000 Jahre“.

Sein Fazit: „Laut Graeber beginnt jede Revolution nicht wie einst vom Lebensmittelunternehmen Pfanni behauptet mit einem Auflauf, sondern mit Schulden, die die Gesellschaft nicht mehr bezahlen kann. »Streicht alle Schulden, und verteilt das Land neu!« Dieser Satz des Althistorikers Moses Finley sei das einzige und über die Jahrhunderte immer wiederkehrende revolutionäre Programm. Und: Den meisten Revolten gingen (übermäßige) Schulden voraus. Bevor an Revolution zu denken ist, sollte jedoch verstärkt darüber eine Verständigung stattfinden, was eigentlich revolutioniert werden soll. Schuldenstreichung ist ja durchaus eine richtige Forderung, aber nur wenn die Verhältnisse, die die Verschuldung immer wieder hervorbringen, mitgestrichen werden. Welche das sind, darüber wird man sich mit Graeber nicht so schnell einigen können.“

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